Die Vereinsgeschichte der Flugtechnischen Gruppe Wien „FTG-WIEN“

1973 als Schulverein gegründet, muss man die Geschichte des Flugvereins in zwei unterschiedlichen Abschnitten betrachten. Zum einen die Jahre der engen Zusammenarbeit mit der Schule als ständiger Quell für neue Mitglieder, und nach der Absiedlung der Abteilung Flugtechnik aus Wien die Zeit als unabhängiger Verein nur seinen Mitgliedern verpflichtet.

Bau der Ka8
Bau einer Ka8 (FTG)

Vor fast 45 Jahren gab es in Wien noch eine eigene Ausbildung für Flugtechnik an der HTL Schellinggasse. Zur Ergänzung des Unterrichts gründete die Schule 1973 den Verein „Flugtechnische Gruppe an der HTL Wien I“. Ab nun hatten die Schüler die Möglichkeit, das Freifach Segelfliegen im Zuge ihrer Ausbildung zu belegen, Messflüge mit Segelflugzeugen als Ergänzung zu den flugtechnischen Laborübungen durchzuführen und Segelflugzeuge zu bauen und zu warten. Fluglager in den Ferien dienten der Weiterbildung der jungen Piloten, die vorwiegend in Niederdöblarn, Timmersorf und Mauterndorf stattfanden.

Der Flugzeugpark wurde vorwiegend im Eigenbau oder durch Aufbau von beschädigten oder reparaturbedürftigen Maschinen geschaffen, so entstand zum Beispiel die JOB 15 aus einem Bausatz, die jahrelang als Schleppmaschine eingesetzt wurde.

Im Mai 1986 fand die Matura des letzten Jahrganges Flugtechnik an der HTL Wien statt, der Ausbildungszweig wurde aufgelöst und an die HTL Eisenstadt verlegt. Der Flugverein blieb aber in Wien, wo ihn die Absolventen und einige Lehrer von nun an unter dem heute bekannten Namen, Flugtechnische Gruppe Wien, weiterführten. Neuer Heimatflugplatz wurde nach langer Suche Wiener Neustadt West.

Bau der Ka8
Wartungsarbeiten… (FTG)

Es folgten Jahre, in denen der Verein florierte, besonders zu Beginn der 90er Jahre, als eine Zusammenarbeit mit dem Flugring Austria Wien es den Vereinsmitgliedern ermöglichte, Grundkurse zu besuchen und das Bedienen der Winde zu erlernen. Aber es gab auch Jahre, in denen die Vereinstätigkeit fast zum erliegen kam.

2001 war das Tief der Vereinsgeschichte weitgehend überstanden, die Mitgliederzahl stabilisierte sich wieder und der Verein ging eine enge Partnerschaft mit der AKAFLIEG-Wien ein. Dadurch stehen den Mitgliedern beider Vereine eine gut ausgestattete Flotte an reinen Seglern sowie zwei Eigenstarter, ein Clubheim und eine Werkstätte zur Verfügung.

Der ursprüngliche Flugzeugpark des Schulvereins:

  • Blanik, L13, Kauf 1969
  • JOB-15, im Schuleigentum, als Schleppmaschine, als Bausatz angekauft und in Eigenarbeit zusammengesetzt.
  • Ka8, Neubau in der Schule 1976, Rückgabe 1986
  • L-Spatz, Ankauf und Renovierung ca. 1979
  • Ka8, Eigenbau ca. 1985
  • L-Spatz, Aufbau aus zwei Brüchen Fertigstellung ca. 1983
  • ASW15, OE-5052, Ankauf 1985 und bis jetzt ein Bestandteil der Flotte
  • Bergfalke II, Ankauf 1991

Vereinsdaten:

1973:
Gründung des Vereins als Schulverein an der HTL Schellinggasse
1986:
Auflösung des Schulvereins und daraus hervorgehende Neugründung der Flugtechnischen Gruppe Wien
2001:
Beginn einer engen Partnerschaft mit der AKAFLIEG-Wien

Die Vereinsgeschichte der AKAFLIEG Wien

Am 11.11.1922 konnten sich die vielen Fliegerinteressierten in einer Sitzung zur Gründung einer „Segelfliegervereinung an der Technischen Hochschule Wien“ einigen.

Bereits im Winter 1922/23 wurden seitens der Mitglieder 2 Gleitflieger vom Typ Frohe Welt fertiggestellt, sowie mit dem Bau von zwei weitere Segelflugzeuge begonnen. Bereits im Sommer desselben Jahres wurde einer der beiden fertiggestellt und gleich bei einem Wettbewerb eingesetzt. 1924 wurde das erste Flugzeug mit einem vollverkleideten Rumpf in die Luft gebracht.

Der Flugbetrieb fand in Bruck an der Leitha sowie bereits am Spitzerberg mit wechselnden Erfolgen statt. Nach zahlreiche Brüchen wurden Modifikationen und Umbauten an den Fluggeräten vorgenommen. Die ersten volle Eigenkonstruktionen „Pimpf“ und „Kandidat“ folgten.

1933 kommt der Name „AKAFLIEG WIEN“ das erste mal auf und besteht bis zur Umwandlung in „Fliegergruppe 1 Wien“ 1938.

Unmittelbar nach Kriegsende 1945 fand wieder ein Fliegerlager statt. Kurz darauf wurde ein Flugverbot ausgesprochen, das gesamte Material und alle Unterlagen konfisziert. Dies betraf unter anderem: 5-6 SG 38, 2 Grunau Baby II, 1 Olympia Meise, 1 Kranich, 1 LKW mit Winde, 12 Werkstattplätze mit Hobelbänken, wovon sich noch eine in der heutigen Werkstätte befindet, sowie viel Werkzeug und Material.

Aufgrund des Flugverbotes zog sich die Arbeit und das Vereinsleben daher in den Untergrund zurück. 1950 wurde der Verein wieder als AKAFLIEG im Vereinsregister angemeldet und die Aktivitäten konnten offiziell vortgesetzt werden. Unter anderem waren dies Vorarbeiten für Bauvorschriften sowie Konstruktionszeichnungen und Berechnungen für das „Edelweißbaby“ im Auftrag des Aeroclubs, und theoretische Arbeiten im Flugwesen.

1958/1959 wurde im Verein ein Flugzeug vom Typ Grunau Baby gebaut und wieder ein Fliegerlager am Spitzerberg abgehalten. Zeitgleich wurde mit der Konstruktion der AFW 8 als Doppelsitzer für Schulung und mit anderer Haube als Leistungsflugzeug begonnen. 1962 fand der Erstflug statt, wobei es lediglich bei einer gebauten AFW 8 blieb. Diese wurde dem Aviatikum in Wr. Neustadt geschenkt und kann dort besichtigt werden. Ein Fieseler-Storch Nachbau wurde aus Schweden angekauft und in Vereinsarbeit restauriert und fliegt unter der Kennung OE-AKA als Oldtimer immer noch. Des weiteren wurde eine HB 21 als Schlepp- und Reiseflieger angeschafft. Aufgrund des intensiven Wartungsaufwandes und eines hohen Investitionsbedarfs wurden die Schleppflugzeuge später abgestoßen oder stillgelegt.

2001 wurde der Grundstein für eine, wie sich heute zeigt ausgezeichnete, Kooperation mit der FTG-Wien gelegt. Die in den folgenden Jahren intensive Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten als Segelflug-Wien, eine Kooperation der AKAFLIEG Wien und der FTG-Wien, lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken.